2 - 31. Januar 2019,


Foto: Aynur Sen


Lieber Rilke,

„Wie“;

ertrage ich. . .

ohne sie(er) zu sein, , ?

heraumlaufend auf den Feldern,

mit Schnee bedeckt. . .

in der Morgendämmerung. . .

wie verrückt,

. . . herumlaufend. . .

aus einem Fenster,

nur, aus einem Fenster. . .

Vom Wind getriebene,

fallende Schneeflocken,

stundenlang. . .

mühelos. . .

wie verrückt. . .

einfach so zuschauend. . .

bei dem heftigen Regen,

wie verrückt,

unaufhörlich, in mir fließend.

Nur wenn sich die Gesichtern. . .

und die Augen. . .

die von kleinen,

und die von Kindern,

nur die von ihnen,

mit meinen eigenen treffen,

ihnen anlächelnd,

wie verrückt. . .

auch in mich hinein kichernd. . .

die Vögel, ach die jenen Vögel. . .

bei diesem höllischen Winter,

unaufgefordert kommen,

und auf Baumzweigen meines Gartens landen. . .

jedes Mal wenn ich höre,

die harmonische Stimmte des Bülbüls. . .

öffe ich die Tür meines Hauses,

damit ihre Melodien ins Haus schneien. . .

mit Begeisterung und Staunen,

wie verrückt. . .

immer wieder, wieder,

aus Tiefen hörend. . .

mit der Stimme der Musik,

die ich durchs meine Fenster zuhöre,

wie der Specht,

außerhalb meines Fensters,

mit dem an den Baumzweigen angehängte Tierfutter,

mit dem Rhythmus der Musik drehend,

auch mich schwindelnd,

wie verrückt,

schaue ich mir an. . .

angaffend. . .

. . .tagelang. . .

ruhig – in Ruhe,

in den fremden Straßen umherirrend. . .

vergessend wo ich bin. . .

wie verrückt. . .

fröstelnd,

die Straße meines Hauses findend,

Liebe Rilke,

„Wie“;

ertrage ich. . .

ohne sie(er) zu sein. . ?

doch kann ich nicht, Rilke. . .

die Stunden – die Tage,

die Nächte – die Tageszeit,

morgens – abends. . .

wie verrückt. . . aber auch nicht. . .

Guck mal. . .

erlebe ich auch dieses Winter,

anscheinend;

„als ein verrücktes Winter“. . !


Übersetzt von Deniz M. Tasdelen, 1 Mai 2019, München

© Aynur Sen, 2 – 31. Januar 2019, Ainmillerstr. München



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